5. St. Dominikus

 

Lassen Sie uns noch einmal auf den Hl. Dominikus und sein Leben und Wirken kommen. Einige Bilder dieser Kirche beziehen sich ja auf den Heiligen.

 

Dominikus wird in jungen Jahren Domherr in Osma in Kastilien-Leon, wo er Bischof Diego kennen lernt, mit dem er Gesandtschaftsreisen unternimmt.

 

Dabei stößt er auf die Bewegungen der Albingenser und Waldenser, die damals als Ketzer, als Irrlehren galten. Dominikus wird in der Folgezeit ein glühender Prediger gegen Irrlehren. Darauf bezieht sich z. Bsp. das Bild an der Rückwand der Empore rechts:

 

Einmal, so heißt es, setzt Dominikus die Hauptpunkte, mit denen er eine Irrlehre widerlegte, schriftlich auf uns übergibt sie einem Gottesleugner. Dieser zeigt sie seinen Genossen, welche daraufhin sagen: „Wir wollen die Schrift ins Feuer werfen; wenn sie nicht verbrennt, glauben wir, dass Gott für die katholische Lehre ist“. Wundersamerweise, so heißt es weiter, verbrannte die Schrift nicht.

 

Dominikus widmete sich inständig der Predigt. Die Kraft dazu schöpfe er aus der Kontemplation. Sein Wahlspruch lautete: „Mit Gott oder von Gott sprechen!“.

 

Zentrale Inhalte seiner Predigt und seiner Tätigkeit bzw. aus seiner Legende sind an der Brüstung der hölzernen Empore aufgemalt: „Crucis Potentia“ – „Die Macht/die Macht des Kreuzes“ (Krankemheilung; Saalbau mit Krankenbetten); „Oris Continentia“ – „das Gesicht der Enthaltsamkeit/den Gaumen im Zaum halten“ (Zurückweisung des Weines) – „pudoris lilium“ – „die Reinheit/Keuschheit der Lilie“ (Allegorie) – „Surdis Tympanum“ – schwer zu übersetzen, es geht hier um Teufelsaustreibung – „Lumen Caesis“ – „Licht der Blinden“ (Blinedenheilung).

 

Wie anfänglich bereits erwähnt, bestätigte Papst Honorius III. im Jahre 1216 die von Dominikus gegründete Predigergemeinschaft als „Ordo fratrum Praedicatorum“ (Orden der Predigerbrüder). Dominikus wollte zwar einerseits einen Bettelorden haben, gestattete aber andererseits den Besitz von Büchern und das Studium der Theologie zum Zwecke einer guten und fundierten Predigt. So gelangten die Dominikaner und Dominikus selbst an die renommierte Universität von Bologna.

 

Einmal im Sommer, so heißt es, wanderte der heilige Dominikus zu Fuß von Mailand nach Bologna. Obschon von der Hitze erschöpft, ging er doch bei seiner Ankunft alsbald in die Kirche und blieb dort die ganze Nacht im Gebet.

 

Am Morgen hatte er ein heftiges Fieber, welches seinem Leben auch ein Ende machte. Den Brüdern, die sich um sein Sterbebett versammelten, sagte er: »Ich vermache euch eine dreifache Erbschaft: die Liebe, die Demut und die Armut. Wer diese Hinterlassenschaft annimmt, der wird bei der Teilung des Himmelsreiches mein Miterbe sein. Mein Abgang aus eurer Mitte, teure Brüder, betrübe euch nicht. Dort, wohin ich jetzt gehe, werde ich euch nützlicher sein können, als hier auf Erden.

 

Dominikus starb erst 51 Jahre alt an dem Tage, an dem man die Verklärung Christi feiert, also am 6. August im Jahre 1221. Sein Tod ist hier vorne im Chorraum von Ihnen aus gesehen links zu sehen.