Die Kirche

Kirche St. Dominikus in Kaufbeuren 

 

Ein Kleinod im Wandel der Zeiten

 

In einer aus dem Jahre 1316 stammenden Urkunde aus dem Stadtarchiv der Stadt Kaufbeuren werden die "siechen über daz Wasser" zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die örtliche Tradition verweist auf einen Kapellenbau aus dem Jahr 1182, der zu diesem Zeitpunkt den Leprakranken geweiht worden sein soll. Es spricht einiges dafür, dass an diesem Ort "vor der langen Brucken, jenseits der Wertach" ein Leprosenhaus errichtet wurde. Die Dominikaner lassen sich in der Stadt zur Leprosenpflege nieder und 1328 werden die Bedürftigen von St. Dominikus urkundlich zum ersten Mal erwähnt.

Die St.-Dominikus-Stiftung stand unter der Verwaltung des Heilig-Geist-Spitals. Auch nach Weggang der Dominikaner wurden hier durch die Jahrhunderte Kranke und Bedürftige gepflegt und ins "Äußere Spital" aufgenommen. Die Stiftung änderte im Wandel der Zeit ihren Charakter, heute heißt sie "Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung".  Seit 1624 (!) stehen das Siechenhaus und die Kirche St. Dominikus Katholiken und evangelischen Christen beidermaßen offen.

Die Kirche wurde im Laufe ihrer Geschichte immer wieder erweitert und erneuert, so dass sie jetzt romanische, gotische und seit 1709 barocke Elemente in sich vereint. Bis zu einer Höhe von 3,40 m in den Seitenwänden und der Rückwand ist dies wahrscheinlich das älteste Baudenkmal der Stadt Kaufbeuren. An der Brüstung der hölzernen Westempore sind Szenen aus dem Leben des heiligen Dominikus abgebildet. Die Deckengemälde stellen Persönlichkeiten des Kaufbeurer Stadtlebens der 1920 er Jahre dar. Ebenfalls in diesem Jahrzehnt fanden die Gefallenenehrungen hier statt.

Ganz im Zeichen des Friedens stand die Kirche nach wie vor allen Konfessionen offen - so wurde sie ab 1946 den vertriebenen, sudetendeutschen Alt-Katholiken zur gottesdienstlichen Heimat, bis diese in ihrer neu gebauten Kirche Christi Himmelfahrt im Kaufbeurener Stadtteil Neugablonz (Fichtenweg 6) heimisch wurden.

Florian Bosch, Gethsemane (1923)

Florian Bosch, Gefallene (1923)

Gegenwart und Zukunft

 

Durch den Einsatz des Fördervereins hat es die Kirche St.-Dominikus nach einer bewegten Geschichte in eine bewegte Gegenwart und hoffentlich auch Zukunft geschafft. Nachdem die Kirche umfassend renoviert wurde, steht das Ziel der Belebung und Profilierung als Kunst- und Kulturkirche im Vordergrund.

Die Stadt Kaufbeuren hat in Verbindung mit dem Soldatenverein einen Teil ihrer Ehrungen zum Volkstrauertag wieder in den Bereich von St. Dominikus verlegt. Schulen in der Nachbarschaft können ihre Gottesdienste hier feiern und auch als Ort für Trauungen wird die Kirche immer wieder gerne genutzt. Regelmäßig finden hier alt-katholische, römisch-katholische und ökumenische Gottesdienste statt.

Seit Beginn des Jahres 2009 wird dieses Kleinod verstärkt auch kulturell genutzt. Damals wurde auch die Reihe der Freitagskonzerte wurde ins Leben gerufen worden und erfreute sich eines regen Interesses, sowohl bei lokalen Künstlern als auch bei den Besuchern. 2009 wurde vom Förderverein auch eine kleine Orgel angeschafft.

St. Dominikus ist also ein Ort des Gebetes, der Begegnung, des Friedens, der Kultur. Wenn Sie neugierig geworden sind, schauen Sie einfach mal herein! Zu den jeweiligen Gottesdiensten und Veranstaltungen hat die Kirche ihre Tür immer für Besucher geöffnet. Sollten Sie die Arbeit des Fördervereins unterstützen wollen, können Sie mit nur 15 Euro/Jahr förderndes Mitglied werden oder den Verein mit Ihrer Spende unterstützen. Im Voraus herzlichen Dank! Für weitere Auskünfte können Sie sich gern an den Vorstand des Vereins wenden (siehe Impressum).